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Rezension: Sherlock Holmes - Band 4 - Der Fall Harry Houdini

Verfasst: So 01.02.2026, 14:21
von MonsterAsyl
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Sherlock Holmes - Band 4 - Der Fall Harry Houdini

Erscheinungstermin: 28.11.2025
Autor: Arthur Conan Doyle & Amy Onn
Buchbearbeitung: Stephan Bosenius
Lektorat: Dr. Daniela Stöger / Marc Gruppe
Illustration: Bastien Ephonsus
Satz und Layout: Lars Auhage
Sherlock Holmes Logo und Rahmen: Firuz Askin
Maße: Länge 19cm, Breite 12cm, Höhe 0,6cm
ISBN 978-3-69027-016-8

Erhältlich unter anderem bei:
Hugendubel
zum Preis von 9,99 € oder als eBook für 5,99 €
oder bei
Amazon
zum Preis von 9,99 € oder als Kindle für 5,99 €

Als der weltberühmte Magier, Illusionist und Entfesslungskünstler Harry Houdini nach fünfjähriger Abwesenheit eine neue Tour ankündigt, welche in Berlin im "Zirkus Busch" Premiere feiert, wollen Sherlock Holmes und Doktor Watson, als seine Fans, unbedingt dabei sein. Schließlich plant Houdini, hier erstmals den spektakulären "Milchkannentrick" zu zeigen, bei dem er sich in eine solche einschließen lässt, um sich dann ohne Hilfe zu befreien. Eigentlich sollte diese Darbietung auch der einzige Grund sein, warum das Ermittlerduo nach Berlin reist, doch dann kommt mal wieder einiges anders als erwartet. Nachdem ein Säureattentat auf den Magier verübt wurde, welches glücklicherweise ohne Folgen blieb, bittet dessen Ehefrau den Meisterdetektiv, das Verbrechen zu untersuchen. Houdini selbst ist davon zunächst nicht sehr angetan, willigt aber schließlich ein. Die Ermittlungen führen Holmes und Watson in fragwürdige Etablissements jeglicher Art, und schon bald sehen sie sich mit einer Vielzahl dubioser Berliner Charaktere konfrontiert.
Der Roman, welcher auf dem Skript zur gleichnamigen Hörspielfolge 65 basiert, ist zwar von der Seitenzahl her der bisher kürzeste, die inhaltliche Qualität leidet darunter aber nicht im geringsten. Die Handlung kommt zügig voran und nimmt immer wieder überraschende Wendungen. Dem einen oder anderen mag es wohl etwas fragwürdig erscheinen, daß Holmes und Watson nicht nur fließend der deutschen Sprache mächtig sind, sondern darüber hinaus auch den Berliner Dialekt verstehen. Im Falle des Meisterdetektivs könnte man sich dies immerhin noch vorstellen, zumal Arthur Conan Doyle bereits in seinem Roman "Eine Studie in Scharlachrot" auf dessen Deutschkenntnisse verweist. Davon abgesehen bekommt der Leser eine spannende, knackig erzählte Geschichte präsentiert.
Genau wie schon Band 3 ("Der verschwundene Grafensohn"), enthält auch dieser Krimi eine Unmenge an detaillierten Beschreibungen von Orten und Menschen, welche den Leser ganz in das Berlin der damaligen Zeit eintauchen lassen. Die Wortwahl passt wunderbar zum zeitlichen Rahmen des Geschehens, lediglich die Wendung "sich trollen" empfand ich, im Zusammenhang mit Holmes und Watson, als eher unvorteilhaft. Überaus gelungen hingegen wirkte die Charakterisierung von Houdini, welche gekonnt die zahlreichen Facetten seines Wesens beschreibt.
Der Roman ist in sechs Kapitel unterteilt und umfasst, den Umschlag mit eingeschlossen, insgesamt 86 Seiten. Roman- und Hörspielcover sind wieder identisch, wie bei den Vorgängern enthalten die letzten Seiten die Vorschau auf den nächsten Band ("Der Frauenmörder von Boston") und Hinweise auf die Hörspielserie. Neben der Inhaltsangabe finden sich noch zwei Kurzrezensionen und das kleine Bild von Holmes und Watson auf der Rückseite.

Fazit: Fesselnder Kriminalfall, der die "Berliner Luft" förmlich atmet.