戰神 (Zhàn Shén)
Taiwan 1976
Hong Kong Titel: 香港大災難 (Xiānggǎng Dà Zāinán) oder 大災難 (Dà Zāinán)
Internationaler Titel: Calamity
Sehr seltener taiwanischer Monsterfilm. Galt jahrelang selbst in Taiwan als verschollen und genoß eine Art Kultdasein im Stillen, sodass sogar ein (Amateur-)Remake in Planung ist! Erst im Frühjahr dieses Jahres tauchte urplötzlich ein Rip einer singapurischen VHS im Netz auf. Glücklicherweise besitzt diese eingebrannte chinesische und auch englische Untertitel.
Aliens vom Mars (ganz klassisch!) greifen die Erde an und drohen die Erde zu zerstören wenn die Erdenbewohner ihre Nuklearwaffen nicht alle auf der Stelle zerstören und sämtliche Forschung diesbezüglich stoppen. Um diesen Befehl der Menschheit mitzuteilen entführen sie ein junges Mädchen welche gerade total hip zu "Kung-Fu Fighting" am Lagerfeuer tanzt. Als diese auf dem Dach eines Hochhauses nach der Entführung wieder zu sich kommt ist sie traumatisiert und durchlebt Angstzustände. Die Warnung weitergeben tut sie nicht und so greifen die Marsianer nachdem sie sinnloserweise ein paar Tiere und Pflanzen wegbeamen zu dritt die Erde an. Pratischerweise können sie sich auf 50 Meter vergrößern und machen Hongkong so dem Erdboden gleich. Ein Gruppe von Wissenschaftlern entwirft indes eine mächtige Laserwaffe, die komischerweise aber beim ersten Test Feuer schießt und gegen die Invasoren sowieso rein gar nichts bringt. Die Wissenschaftler rennen also direkt bei ihrem ersten Angriff in den sicheren Tod.
Die scheinbar ausweglose Situation nimmt eine Wendung als die holzgeschnitzte Statue eines alten Mannes zum Leben erwacht und sich ebenso vergrößern kann. Die Statue ist ein Abbild des "Kriegsgottes"
Guān Yǔ und rockt die Aliens ziemlich weg. An keiner Stelle dominieren sie auch nur annähernd, doch der erste Kampftag geht trotzdem unentschieden aus. In der Nacht verschwinden die Aliens, weil sie nur bei Sonnenlicht auf der Erde sein können und auch die Statue wird wieder kleiner und holziger. Dann plötzlich bemerkt der alte Mann, dass er vergessen hat die Augen auszuschnitzen, der Kriegsgott war also die ganze Zeit über blind! Am nächsten Tag, im Vollbesitz seiner göttlichen Kräfte tritt er den Aliens so also richtig in den Allerwertesten und metzelt sie nacheinander nieder. Das letzte Alien wird enthauptet und obwohl es seinen Kopf, der wegfliegen will, wieder einfängt, wird es von Guān Yǔ vernichtet. Traditionellerweise endet der Film natürlich abrupt nach dem letzten Schlag, wen interessiert schon das menschliche Drama.
Regie führte
Chan Hung-Man, welcher neben zahlreichen Martial Arts Filmen mindestens einen weiteren Monsterfilm zuvor abdrehte:
A Valiant Villain (1969). Wenn alles glatt geht folgt dazu auch in Kürze ein Review an dieser Stelle.
Die Spezialeffekte und auch die Bauten sind unerwarteterweise sehr gut gemacht und erinnern an so manches japanisches Vorbild. Kein Wunder, so war der Regiesseur der Spezialeffekte kein geringerer als
Kôichi Takano, ein Schüler des großen
Eiji Tsuburaya. Takano hat bei einigen Godzillafilmen mitgeholfen und war sehr stark in diversen Ultraman-Staffeln involviert, hatte also eine Menge Erfahrung auf dem Gebiet. In den 70er Jahren war er neben
Calamity auch für die Spezialeffekte anderer taiwanischer Monsterfilme wie
Tsu Hong Wu (1971) und
Monster from the Sea (1974) verantwortlich. Über dieses Kapitel seines Auslandsaufenthalts ist leider sehr wenig an Informationen zu finden.
Der Film ist übertrieben naiv, aber macht durchweg Spaß. Einige Szenen und Dialoge sind derart unglaublich, dass an dieser Stelle vielleicht ein paar Screenshots angebracht sind.
Fazit:
