Moontrap - Gefangen in Raum und Zeit aka Die Mondfalle ("Moontrap" USA 1989, Regie: Robert Dyke)
Die Astronauten Jason (Walter Koenig) und Ray (Bruce Campbell) finden im All eine unbekannte Weltraumbasis, aus der sie mit Mühe und Not eine 14.000 Jahre alte Leiche klauen können.
Nachdem die Leiche auf der Erde untersucht wurde, verwandelt diese sich in einen Roboter, den die Beiden nur durch einen speziellen Trick ausschalten können.
Jason und Ray werden wieder auf die Raumstation geschickt, um diese genauer zu erforschen. Als sie eine weibliche Überlebende (Leigh Lombardi) finden, beginnt für sie ein Kampf mit Robotern und um ihr eigenes Überleben...
(OFDb)
Außerirdische Lebensform oder Ganzkörperprothese?
Lange habe ich darauf gewartet, dass dieser Film endlich auf DVD herauskommt. Und tatsächlich hat Oliver Krekel hier eine sehr schöne Veröffentlichung abgeliefert, die dem Film mehr als gerecht wird.
Tja, der Film... nachdem ich mir die DVD gestern freudestrahlend gekauft und zuhause gleich in den Player geschmissen habe, war meine Ernüchterung anschließend umso größer.
Der Film ist nämlich über weite Strecken einfach nur öde, wie die Mondoberfläche. Banale Dialoge wechseln sich ab mit langatmigen und billig getricksten Weltraum-Sequenzen.
Die Charaktere bleiben blass, die Geschichte wird spannungslos runtergespult und die billigen Effekte lassen nicht einmal richtiges Trash-Feeling aufkommen.
Da Ganze sieht eher aus, wie 'ne billige Vorabendserie mit fadem Beigeschmack.
Vom Alltag echter NASA-Astronauten ist dieser Film natürlich so weit entfernt, wie der Mars von der Erde. Z. B. die Aktion mit dem Raumschiffwrack.
Da macht man einfach mal eben einen kleinen Abstecher in ein fremdes Raumschiff, ganz locker. Als es anfängt brenzlig zu werden heißt es nur: "Wenn es gefährlich aussieht, weg da!"
Ja klar, man kommt ja auch so schnell wieder aus so 'nem Raumschiff raus, mit Astronautenanzug.

Sauerstoff ist auch kein Thema.
Der Sauerstofftank eines NASA-Astronauten enthält einen ganzen Jahresvorrat.
Schwülstig-melancholisch wird es, wenn Jason mit der wortkargen Mera über den Mond schlurfen muss, weil das Raumschiff havariert ist.
Das aufblasbare Zelt, das er in einem handlichen Rucksack dabei hat, entfaltet ungeahnte Dimensionen. Es hat sogar Fenster.
Am gelungensten ist noch die Szene mit dem Kreissägen-Roboter. Aber daraus hätte man wesentlich mehr machen können. Die FSK 12 ist jedenfalls angemessen.
Wer wird überleben - und was wird von ihm übrig bleiben?
Die Grundidee ist eigentlich ziemlich cool -Roboterwesen, die sich selbst zusammenbauen und dabei sogar Leichenteile von Menschen mit einbeziehen- Joa, das hat schon was.
Leider verspricht der Film mehr als er halten kann. Und das ist schade, denn er hätte das Zeug zum echten Kultklassiker gehabt. So aber ist es nur ein mittelmäßiger B-Film geworden.
Ein ähnliches Thema hat Effektespezialist John Bruno 10 Jahre später in "Virus" verbraten. Der ist zwar auch trashig, aber wesentlich besser gemacht und mMn auch ziemlich unterhaltsam.
Nochmal zur VÖ von DigiDreams - In der PLATINUM CULT EDITION sind 3 Fassungen enthalten, darunter auch die deutsche Fassung, die von der VPS-Kassette "gemastert" wurde.
Die HD-gemasterte Integralfassung ist allerdings überraschend gut ausgefallen. Auch sonst gibt es m. E. nichts zu bemängeln. Ich muss aber dazu sagen, dass mir die DVD vorlag!
Bei der Blu-ray ist der deutsche Ton runtergepitcht worden. Da die deutsche Synchro offenbar mit 25 fps erstellt wurde, dürfte das ziemlich seltsam klingen. Also empfiehlt sich wohl eher die DVD.
Das Wendecover zeigt das deutsche Motiv, welches dem der VPS-Kassette entspricht. Drinnen befinden zwei -etwas zu klein geratene- Booklets, die aber sehr schick und informativ gestaltet sind.

Gerade noch
5/10 Trash-Fun-Punkte