The World's End (UK / 2013)
Wisst Ihr noch, wie Zack Snyder 2004 mit seinem DAWN OF THE DEAD Remake das Zombie Genre neu belebte und Edgar Wright es im gleichen Jahr mit SHAUN OF THE DEAD auf die Schippe nahm? Gemeinsam mit Hauptdarsteller und Freund Simon Pegg verfasste er damals das Drehbuch.
Es war ein toller Spaß und eine fruchtbare Zusammenarbeit.
So folgte 2007 in gleicher Konstellation, jedoch mit etwas anderer Genreausrichtung, HOT FUZZ. Dieser war zwar nicht so erfolgreich wie SHAUN OF THE DAD, versteht aber dennoch vortrefflich zu unterhalten.
Mit THE WORLD'S END schließt Wright seine Cornetto Trilogie nun ab. Wobei ich mich gerade frage, wieso Cornetto Trilogie? Zielt das auf das Cornetto Eis von Schöller? Zumindest flattert im hier vorliegenden Film gegen Ende eine Verpackung von Cornetto Eis durchs Bild. Sehnsüchtig beäugt von Darsteller Nick Frost.
Wie dem auch sei, THE WORLD‘S END ist eine Homage an die alten Science Fiction Filme. Invasionsstreifen wie DIE DÄMONISCHEN, INVASION VOM MARS, oder GEFAHR AUF DEM WELTALL.
Es ist ein Spaß mit witzigen Dialogen, abgedrehten Verwicklungen und einer ordentlichen Portion Action und Effekte.
Für Gary King (Simon Pegg) scheint die Erde still zu stehen. Er lebt wohl immernoch in seiner Jugend den 90ern. In der Zeit wo er und seine Freunde Andy (Nick Frost), Oliver (Martin Freeman), Steven (Paddy Considine) und Peter (Eddie Marsan) in ihrem kleinen verschlafenen Städtchen Newton Haven „Die Goldene Meile“ starteten. Trinken bis der Arzt kommt. Zwölf Bier, zwölf Pubs. Der Endpunkt, das World‘s End.
Die Reise musste damals abgebrochen werden. Eine Sache die Gary nun, Jahre später, unbedingt nachholen will. Er trommelt seine Clique zusammen und gemeinsam beginnt die irre Sauftour ein weiteres mal.
Anfangs scheint alles normal. Doch schon bald merken alle 5, das mit der Stadt und den Leuten ganz und gar nichts in Ordnung ist. Aliens sind eingefallen, haben die Bevölkerung unterwandert und wollen die Weltherrschaft an sich reißen.
Da heißt es alle Kräfte sammeln. Aber erstmal einen Saufen!
Im Netz kommt Edgar Wrights dritter Wurf nicht so gut weg. Er ist verschrien als zu langweilig.
Ich kann das nun gar nicht bestätigen.
THE WORLD‘S END sehe ich als ebenso witzig und abgedreht wie SHAUN OF THE DEAD und HOT FUZZ. Er bildet den gelungenen Abschluss dieser Cornetto Trilogie.
So ist die Geschichte gut erzählt und hält herrliche Wortgefechte für den Zuschauer parat. Allen voran das Gespann Simon Pegg – Nick Frost. Klasse. Die beiden haben eine gute Chemie und besonders Frost gefällt. Hinsichtlich der Action ist er ohnehin der heimliche Star. Einfach nur zum schreien die Szene „Ich will dich tief in mir spüren“, „Gern“. *zack.
Toll auch, Martin Freeman. Sein Gesicht. Seine Mimik. Einfach nur herrlich.
Vom übrigen Cast wäre wohl noch Rosamund Pike zu erwähnen. Sie hat sicher nicht die größte Rolle, doch das hatte sie in ihren Filmen ja noch nie. Deswegen brauchen wir uns auch nicht umgewöhnen. Jedenfalls ist sie gutes Beiwerk.
Ach ja, und dann ist da noch Pierce Brosnan als Lehrer. Und natürlich darf Bill Nighy nicht fehlen. Er ist, die Lampe. Äh... nein, The Network. Der Chef vom Ganzen.
Hinsichtlich der Effekte kann ich nur sagen, sehr gut gemacht und wirklich überzeugend getrickst. Hier zeigen sich wieder einmal die Stärken der Briten, die Hollywood einmal mehr überlegen sind. Inhaltlich, wie auch optisch. Super Effekte. Tolle Explosionen. Herrliche Fights. Wobei besonders die abgedrehten Ideen dem ganzen die Würze verleihen. Nämlich wenn abgetrennte Gliedmaßen als Waffe genutzt werden. Oder aus Füßen, Arme werden.
Weitere optische Leckerbissen sind die Ausleuchtungen in den dunklen Passagen. Die leuchtenden Augen der Aliens. Die Kameraperspektiven. Und der Schnitt wenns zur Sache geht.
Wie gesagt, ich wurde vortrefflich kurzweilig unterhalten.
Jedem, der sich durch die negativen Kritiken abgeschreckt sieht, kann ich sagen, gebt nichts drauf. Wenn Ihr ein Herz für alte SF Klassiker habt und euch mit der Neuzeit anfreunden könnt, bzw. nichts gegen ein gutes Maß Übertreibung habt und britischem Humor etwas abgewinnen könnt, dann seid Ihr hier goldrichtig. Dann viel Spaß auf der Goldenen Meile mit Simon Pegg, Nick Frost, Martin Freeman, Rosamund Pike, Pierce Brosnan und wie sie alle heißen. Und vor allem, viel Spaß mit den Hohlen.
Film:
Die deutsche BluRay habe ich jetzt nicht auf Herz und Nieren getestet. Ich denke da sind andere eh prädestinierter.
Jedenfalls hat mir das Bild sehr gut gefallen. Es ist klar und scharf und auch in dunklen Passagen entgeht einem nix. Der Ton ist ebenfalls klar und hat nen guten Bass, wenns rumst.
Die Extras der blauen Scheibe bestehen aus geschnittenen Szenen, Making of und Audiokommentar.
Ich finde, da bleiben kaum Wünsche offen. Da bekommen wir einen guten Einblick in die Entstehung.
Und wir bekommen den Film in mitreißender Qualität geboten.
BluRay:
