Wacken Open Air 2009
Vorgeschichte:
Auch wenn ich schon sehr viele Konzerte und Festivals erlebt habe, hat es mich in diesem Jahr zum ersten Mal nach Wacken verschlagen. Die Gelegenheit war einfach günstig. Ein Freund hat eine sympathische Dame aus der Gegend geheiratet uns so hatten wir bei Verwandten eine tolle Unterkunft mit großartigen Familienanschluss ca. 10 Kilometer (20 Euro mit dem Taxi) vom Festivalgelände entfernt. Ich gebe zu: Ich hätte nicht am Festivalgelände gezeltet. Das ist nichts für mich. Auch wenn ich noch nicht lang zurück bin, gibt es jetzt fürs Forum einen kurzen Bericht, mit frischen, persönlichen Eindrücken.
Mittwoch:
Da ist das Festival noch gar nicht offiziell eröffnet, aber da schon sehr viele Fans da sind, gibt es ein kleines Programm im Partyzelt, das aber viel zu klein ist. Darum sind wir zu Onkel Tom auch nicht mehr reingekommen und haben die Zeit genutzt, um das Festivalgelände ein wenig zu erkunden. Mambo Kurt konnten wir danach problemlos im Zelt sehen. War ganz lustig, aber eben nicht Metal!
Donnerstag:
JBO: OK, ich weiß, die sind total lustig, aber mein Humor ist das anscheinend nicht. Ganz fürchterlich. Ein schlechter Start.
Running Wild: Die haben auf Wacken nach 30 Jahren ihre letzte Show gespielt: Auch wenn es etwas hart klingen mag, die haben mich auch früher nicht interessiert und ich werde sie nicht vermissen. Sehr laue Piraten-Metal Show.
Heaven and Hell: Die positive Überraschung des Abends. Ich wusste, dass das die Black Sabbath Musiker mit anderem Sänger sind (eben nicht Ozzy sondern Dio), hatte aber vorher noch nie was von denen gehört. Richtig geil und ein super Gitarrist (Tony Iommi), der mehr Action mit einer Gitarre gemacht hat, als Runnig Wild mit zwei Gitarren. Echt Klasse!
Freitag:
Airbourne: Klingt sehr nach AC/DC aber die Show war Klasse! Riesen Kletternummer des Sängers und Gitarristen mit Gitarre an der Bühne hoch inklusive einiger Klimmzüge, völlig ungesichert, in luftiger Höhe!
Hammerfall: Professioneller, traditioneller Schweden Metal. Absolut in Ordnung.
Motörhead: Ok, über Legenden nichts Schlechtes! Mein Ding ist es nicht. Ich finde es nach zwei Liedern einfach langweilig.
In Flames: Mein erster Festival Höhepunkt, da ich die Musik von denen zurzeit sehr viel höre. Große Show (mir schon fast ein wenig zu viele Video-Einspielungen und Schnick-Schnack) und auch tolle Stimmung im Publikum.
Doro: Habe ich leider nicht wirklich gesehen, obwohl ich da schon heiß drauf war, weil die alten Warlock Scheiben mich zur harten Musik gebracht haben. Aber meine Kollegen bestanden auf einer Biergarten-Pause. War auch in Ordnung. Zu „All we are“ waren wir dann wieder am Start.
Amon Amarth: Erstmal ein wenig Eigenlob, dass wir bis dahin durchgehalten haben. Die haben nämlich von 2.00 – 3.00 Uhr als letzte Band am Freitag gespielt. Es hat sich aber gelohnt. Harte Musik vom Feinsten und ein Sänger mit starker Bühnenpräsens, obwohl er eigentlich nicht viel macht.
Samstag:
Da haben wir es mal ziemlich früh zum Festival-Gelände geschafft aber aus gutem Grunde:
Testament: Legenden, die es noch können! Sehr geil! Die brauchen sich vor keiner jungen Band zu verstecken.
Heaven Shall Burn: Da haben wir während der Nahrungsaufnahme mal so vorbeigeschaut. Gefällt mir nicht. Aber ganz vorne gab es einen heftigen Pit. Da hatten viele jüngere Festival-Besucher ihren Spaß. Ist ja auch in Ordnung.
Volbeat: Jaaaaa! Endlich konnte ich die mal live sehen und ich wurde nicht enttäuscht. Mein persönliches Highlight. Schnörkellose geile Rock and Roll Show. Ich finde, der Sänger hat einfach eine großartige Stimme, die er auch noch live rüberbringt. Respekt! Dass die für ein T-Shirt 25 Euro haben wollen, ist natürlich ein Skandal, ich konnte aber trotzdem nicht widerstehen.
Maschine Head: Tja, die haben dann die Massen richtig weggebombt. Zu der Band brauche ich vermutlich nicht viel zu sagen. Die Show war super und die haben einen verdammt sympathischen Frontmann, dem die ganze Geschichte erkennbar Spaß gemacht hat. Und seine Homage an Testament, als Band, die ihn für die Musik begeistert hat, fand ich auch nett.
Gwar/Korpiklaani: Auch schon wieder spät. Die Wacken-Reisegruppe war auf zwei Personen zusammengeschmolzen. Der Kollege hat sich Gwar angeguckt, die ja so eine Show mit lustigen Horrorkostümen mit ganz viel Kunstblut machen, das ins Publikum gespritzt wird (schwer zu beschreiben. Einfach mal googlen). Leider ist die Show wohl eher auf kleine Clubs ausgerichtet so dass der Kollege, obwohl er in Reihe 4 stand, kein Blut mehr abbekommen hat.

Ich war bei Korpiklaani und war verwundert, dass eine Band, die hauptsächlich finnisch singt, so viel Publikum zieht. War in Ordnung, nur doch sehr gitarrenlastig. Akkordeon und Geige waren leider kaum zu hören. Trotzdem ein guter Festival-Abschluss für mich.
Fazit:
Wacken 2009 war einfach eine gelungene Sache für mich. Auch wenn einem die Bands, die ich gesehen habe, jetzt recht wenig erscheinen. Aber viel läuft parallel auf verschiedenen Bühnen und um 12.00 Uhr war ich halt noch nicht da. Da die Sitzgelegenheiten (bin halt schon ein alter Mann

) begrenzt sind, hat mir das oben beschriebene Programm völlig gereicht. Ich möchte das Festivalgelände aber nicht erleben, wenn es da einen Tag durchgehend regnet. Am Donnerstag hat es zwar hin und wieder mal für kurze Zeit stark geregnet. Dann aber nicht mehr. Und dieser Regen hat schon eine kleine Schlammwüste hinterlassen. Die Bands, über die ich was geschrieben habe, habe ich in der Regel auch von Anfang bis Ende gesehen. Einiges bekommt man auch so im Vorbeigehen mit (Nevermore, Borknagar, Saxon, In Extremo). Einziges kleines Ärgernis: 3,50 Euro für ein 0,4 l Bier auf dem Festival-Gelände finde ich ziemlich teuer. OK, die müssen das alles finanzieren, darum meckere ich nicht weiter. Ansonsten hatte ich, vermutlich genau wie die übrigen ca. 75.000 friedlichen Festivalbesucher einfach nur VIEL SPASS!
