
Kikuchi ist doch einer meiner Lieblingskomponisten. Nicht alle seine Werke sind meisterhaft, "Gamera gegen Viras" zum Beispiel erfordert schon ein Stück Selbstbeherrschung. Aber er schrieb auch eine Menge Schmissiges, und seine reine Schaffenskraft erinnert an ein Fließband in der Hockkonjunktur.
Sein Meisterwerk, soweit ich das überblicken kann, ist für mich "Goldorak Kampf der Welten". Fast jedes Stück ein Ohrwurm. Jedes unverwechselbar, und dennoch Puzzleteil eines geschlossenen Gesamtwerkes. Nicht hektisch, dynamisch. Nicht marktschreierisch, dramatisch. Und "erregend", in dem Sinne wie es früher gern die Filmplakate versprachen. Heute schon mit ordentlich Patina - weil lebendiges Beispiel einer Zeit, als Film und Fernsehen nicht nur die Zeit zwischen Merchandising und Werbung überbrückte.
Kurioserweise war Goldorak sogar reinstes Merchandising, die Serie zum Spielzeug sozusagen. Aber man merkt ihr das nicht an, das ist ungewöhnlich.
Schade... nun wird Shunsuke Kikuchi nichts zu einem neuen Goldorak-Werk beitragen können, das Go Nagai vor einiger Zeit mal in Aussicht stellte. Aber die reine Fülle seiner Werke wird uns sicher noch lange Zeit bislang unbekannte Perlen in den Gehörgang zaubern.
Mach's gut Shunsuke, Du durftest Deinen Teil zu einem goldenen Zeitalter der Kreativität beitragen, und wirst dadurch lebendig bleiben. Und wenn's der Himmel zulässt, tausch doch mal Glocken und Harfe gegen das kleine Orchester.
Wir hören zu.
