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Kurzgeschichte – Veränderung:
(Überarbeitete Fassung, Original verfaßt am 06.02.07)
An einem dunkeln, kalten und nassen Wintertag sitzt er auf seinem Bett still und leise da. Er ist nicht abergläubisch oder so etwas in der Art und genau deswegen ist er um so verängstigter und verwirrter, denn er kann es sich mit logischem Denken einfach nicht erklären. Er kann an gar nichts anderes mehr denken, als an jene schicksalhafte Nacht, in der er nur knapp mit seinem Leben davongekommen ist, die aber auf ewig sein Leben durcheinanderbringen und verändern sollte. Ganz apathisch in Gedanken versunken sitzt er da, sich immer wieder selber fragend, wo diese grauenhaften Schmerzen, die seinen Körper fast bewegungsunfähig machen und diese grausamen Visionen aus seinem Kopf, die ihm den schlaf rauben, denn eigentlich herkommen. Er ist verzweifelt und hat nicht die blasseste Ahnung was mit ihm passiert und das versetzt in immer wieder in Panik und blankes entsetzen.
Nach grad mal 7 langen und schmerzhaften Tagen voller Quallen und purer Verzweiflung sind alle Wunden des Angriffs komplett verheilt. Ihm wurden Wunden gerissen, an denen er während und nach dem Angriff fast verblutet wäre. Einzig und alleine mit seiner enormen Halswunde scheint etwas nicht zu stimmen, sie blutet noch so stark, wie sie direkt nach dem Angriff blutete und sie scheint einfach nicht heilen zu wollen. Er traut sich jedoch nicht zu einem Arzt zu gehen oder gar mit jemandem darüber zu reden, selbst seinen Freunden und seiner Familie verheimlicht er den Horror, dem er zum Opfer gefallen ist. Er wüßte nämlich nicht, ob er eine Geschichte erfinden könnte bzw. eine Erklärung für diese gigantische Halswunde, die ihm gerissen wurde sich ausdenken kann, die man ihm auch abkaufen würde. Die Wahrheit, hat er entschlossen, kann er niemandem erzählen. Höchstwahrscheinlich sogar würde ihm niemand eine solche Geschichte abkaufen, eine Geschichte, die wie ein dunkles Märchen voller Gewalt und Wahnsinn aus einer längst vergangenen Epoche ist, in der Mythen nicht nur Mythen waren und Legenden noch aus Fleisch und Blut waren. Aus Angst für wahnsinnig erklärt zu werden und das man sich über ihn lustig macht, da er sowieso schon immer sich für Mythen und Legenden interessiert, zieht er sich vollkommen zurück und meidet soziale Kontakte fast ganz. Um kein Aufsehen zu erregen trägt er einen Schal um seinen Hals, um diese schreckliche Wunde zu verdecken, diese verdammte Wunde, die von Tag zu Tag seit dem Angriff mehr an Schmerzen gewinnt.
Heute sind die Schmerzen allerdings an einem Punkt angekommen, der kaum noch zu ertragen ist und deshalb muss er all seine verbleibenden Kräfte mobilisieren, um den Qualen standzuhalten. Das merkwürdige ist jedoch, das seine Schmerzen sich jeden Tag verschlimmert haben trotz beinahe vollständiger Genesung seines Körpers, der durch den Angriff extrem mitgenommen war und wovon nur noch die Halswunde übrig geblieben ist. Er versucht aufzustehen um sich irgend etwas gegen die Schmerzen zu suchen, doch jede einzelne Bewegung verursacht in seinem Körper Höllenqualen, die seine Bewegungen stark beeinträchtigen. Gleich nach dem ersten Schritt bricht er plötzlich vor Schmerzen zusammen, fällt auf den Boden in seinem Zimmer und windet und krümmt sich entsetzlich vor Schmerzen. Ausgerechnet jetzt in diesem Zeitpunkt ist niemand zu Hause, der ihm helfen und beistehen kann und so wie es aussieht wird es noch mehrere Stunden dauern bis jemand heimkehren wird.
Und so vergehen sie auch, Stunden voller Schmerzen und unerträglichem Leiden, die ihm vorkamen wie Ewigkeiten und der Abend ist nicht mehr fern. Seine Halswunde fing mittlerweile wieder stark zu bluten an, fast genau so stark wie bei dem Angriff, doch die Halswunde ist nicht seine Einzige Austrittswunde, denn auch seine Ohren, seine Augen, seine Nase und sein Mund beginnen plötzlich stark zu bluten. Als er nach Stunden des Leidens dachte, die Schmerzen hätten ihren Höhepunkt erreicht fingen sie an um ein vielfaches anzusteigen und das was ihm schon seit Stunden unerträglich vorkommt und ihn sogar bewegungsunfähig macht und seinen Körper sich nur noch zucken und verkrampfen lässt, erreicht nun eine Dimension, die er sich nie hätte denken lassen können. Knochen, Muskeln und Organe schmerzten nicht einfach nur höllisch, für ihn fühlt es sich an, als ob man sie ihm auseinanderreißen würde oder als ob ein starkes Wachstum beginnen würde. Doch als das schon nicht genug sei, fühlt er etwas in seinem Inneren, etwas Fremdes, etwas was sich zu entfesseln droht, ihm die Sinne raubt und die Macht über ihn und seinen Körper übernehmen will. Ohne irgendwelche Anzeichen beginnen seine Knochen laut zu knacken und zu knirschen und von all den Schmerzen gepeinigt dreht und windet er sich nur noch, es scheint als ob dieses Wesen in seinem Inneren seinen Körper als Portal benutzt um endlich an die Oberfläche zu gelangen. Schließlich, an dem Höhepunkt der alptraumhaften Schmerzen angelangt, stößt er einen entsetzlichen und unmenschlichen Schrei aus, der die beim Ausstoßen die Stimmlage ändert und letztendlich mit dem verschwinden seiner Pupillen aus seinen Augen scheint er endgültig das Bewußtsein und die Kontrolle über sich selbst zu verlieren, er konnte nicht mehr standhalten und verlor, doch ob ihn das Ausmaß seiner Niederlage jemals bewußt wird ist unklar.
In all der Zeit, die seit dem Ausbruch seines Leidens und dem Verlieren der Kontrolle über sich selbst verging sind Stunden vergangen und der Tag neigt sich langsam dem Ende zu und der Vollmond steigt langsam dem Himmel empor und taucht sein dunkles Zimmer in einen unheimlichen Glanz. Sein zitternder, knackender und sich windender Körper, der vom Glanz des Lichtes erstrahlt wird, gibt nicht mehr menschlich klingende Laute von sich und auch seine Form wird immer entstellter, doch das bekommt er nicht mehr mit, da nun das Innere in seinem Körper, dieses Etwas, die Kontrolle über ihn und seinen Körper vollständig erlangen hat.
… langsam aber sicher geht die Sonne auf und er öffnet erschöpft seine Augen. Nach einer Nacht voller bruchstückhafter Erinnerungen und vernebelten Bildern, wie aus einem Traum, erwacht er, doch er kann all diese Dinge nicht geträumt haben, denn voller entsetzen muss er feststellen, dass er sich nicht mehr bei sich zu hause befindet, er befindet sich viel mehr in einem Waldstück in der Nähe. Der zweite Schock ereilt ihn direkt nachdem er sich schnell aufgerappelt hat um sich vollständig zu orientieren, denn er muss feststellen, dass alles um ihn rum voller Blut und Resten von Eingeweiden und Organen ist. Direkt vor ihm liegt etwas, was man ohne Zweifel als Leiche noch identifizieren kann, jedoch kann er nicht feststellen ob es sich dabei um den entstellten Kadaver eines Tieres handelt oder ob es sich tatsächlich um eine menschliche Leiche handelt. Da ebenfalls viel Blut an ihm klebt, ganz besonders an seinen Händen und an seinem Gesicht ergibt sich für ihn nur eine einzige denkbare Antwort, die auch möglicherweise erklären kann, warum plötzlich seine Sinne unglaublich geschärft sind und er hundert Meter weit entfernte Geräusche, Gerüche und kleinste Bewegungen mit Leichtigkeit registrieren und blitzschnell identifizieren kann. Um sich vollständig zu überzeugend fast er sich dort hin, wo sich gestern noch die klaffende und starkblutende Halswunde befand und er muss feststellen, das sie innerhalb von nur einer Nacht vollkommen verheilt ist und sich dort nichts mehr befindet, nicht einmal eine Narbe, die man bei der Größe der Wunde fühlen müßte. Jetzt weiß er genau, was wirklich mit ihm passiert ist und er ist sich absolut sicher, das es passiert ist. Das fremde Wesen in seinem Inneren, welches die vollständige Kontrolle über ihn hatte, hat ihn zu dem gemacht, was ihn in dieser schicksalhaften Nacht Angriff und für all diese alptraumhaften Geschehnisse verantwortlich ist und ihn für immer verändert hat. …
Eine Kurzgeschichte von Kevin K. a.k.a. Elite (07.05.07).