大魔神 (Daimajin)
Japan 1966
Die Geschichte ist recht einfach gehalten aber gut umgesetzt. Im Wesentlichen geht es darum, dass ein böser Herrscher ein Volk unterwirft und für seine Zwecke mißbraucht. Das Volk betet zu seinem Gott, der böse will's nicht glauben, der Gott wird wütend, erwacht und los geht's! Die ersten 3/4 des Films könnte man somit also als Samurai-Film ohne phantastische Elemente betrachten, wohingegen es im letzten Viertel zur Sache geht. Aber selbst dann kann man Daimajin nur bedingt einen Kaiju-Film nennen. Daimajin selbst wird sehr gut in Szene gesetzt und wirkt auch heute noch äußerst glaubhaft, weil es viele Interaktionen zwischen der Statue und den Menschen gibt. Dies ist wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass eine Statue in Originalgröße für die Filme gebaut wurde. Am besten gefallen hat mir das Ende. Selten habe ich so eine düster epiphanische Stimmung erlebt. Der Himmel färbt sich rot, überall blitzt es und Daimajin waltet seines Amtes um die Bösewichte auf genau derart grausame Weise zu richten wie sie das gutmütige Volk die Jahre zuvor unterjocht haben.
Fazit:


大魔神怒る (Wrath of Daimajin)
Japan 1966
Die Geschichte ist fast 1:1 die gleiche wie schon im Film zuvor. Diesmal steht die Daimajin-Statue allerdings nicht an einem Wasserfall sondern auf einer Insel. Die Bösen schaffen es diesmal auch die Statue erfolgreich in die Luft zu sprengen. Doch der Geist lebt weiter. In einer sehr eindrucksvoll gestalteten Szene spaltet Daimajin das Wasser um zum Festland zu gelangen, wo abermals ein böser Herrscher und seine Vasallen auf ihr Ende warten. Nach einer kleinen Hetzjagd erwischt er diese auch und verbrennt den Anführer auf einem Boot.
Dadurch, dass die Szene vor Daimajins Auftritt um einiges interessanter sind und auch die Zerstörungsszenen noch gewaltiger ausfallen hat mir der zweite Film sogar noch ein Stückchen besser gefallen als der erste. Sehr kurzweilige Unterhaltung mit pompösem Ende!
Fazit:



大魔神逆襲 (Return of Daimajin)
Japan 1966
Nachdem die ersten beiden Filme nun in ihrem Aufbau quasi gleich waren, hat man im letzten Film noch einmal versucht etwas neues auszuprobieren. Leider hat man auf Kinder zurückgegriffen, die, wie jeder weiß, speziell in Filmen dieser Epoche eigentlich immer nervig sind. So versuchen die 4 Bälger also ein paar ihrer Verwandten aus der Sklaverei zu retten. Dazu müssen sie über den Berg, an dessen Spitze, wer hätte es geahnt, der mächtige Daimajin thront. Dieser hat nun als Gefährten außerdem einen Falken dabei und weil die Kinder Daimajin schön angebetet haben, hilft dieser ihnen sogar, ihren schwierigen Weg zu bewältigen. Zum Ende des Films erwacht Daimajin und rechnet mit den Sklaventreibern ab. Das komplette Ende ist mit einem starken Schneesturm umhüllt und ich muss sagen, dass Daimajin einfach super in eine Schneelandschaft passt (und das nicht als übergroßer Schneemann!). Einige Szenen übertreffen so auch den ersten Teil, was die Atmosphäre angelangt. Eine verschneite Berglandschaft, in Trümmer fallende Hütten und dazu natürlich die stetig grollenden Schritte des Daimajin haben mich nicht nur einmal in gottesfürchtige Sprachlosigkeit versetzt. Aufgrund des schwächeren Anfangs aber auch "nur":
Fazit:


Eine wirklich sehenswerte Trilogie, die sich besonders durch ihre konstante Düsternis auszeichnet. Kann ich nur jedem von euch empfehlen! Alle drei Filme sind durchweg unterhaltsam, auch wenn sie schonmal ihre Schwächen hier und da haben.
Der etwas andere Kaiju!